Wort zum Sonntag, dem 18. Juli 2010 von Pfarrer Michael Domke

Wort zum Sonntag, dem 18. Juli 2010,
von Pfarrer Michael Domke, Guben

„So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge,
sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen.“ (Epheser 2,13)

In einem Dorf feierten wir ein Kirchenfest. Nur jeder zehnte in diesem Dorf gehört der Kirche an.
Im Schatten der großen Bäume an der Kirche waren Tische und Bänke voll besetzt. Das halbe Dorf war gekommen. Es gab zu essen und zu trinken, auch Bier. Stände mit vielen Angeboten waren aufgebaut. Blasmusikanten aus der Nachbarschaft spielten draußen.
In der Kirche war eine Fotoausstellung. Alle halbe Stunde wurde für 15 bis 20 Minuten in die Kirche zu einem Programmpunkt eingeladen: Kompositionen eines jungen Organisten, Lesung, Pop und Gospelmusik, Singen von Liedern zur Gitarre, Auflösung der Tombola. Was drin geschah, konnte über Lautsprecher draußen gehört werden.
Einige blieben draußen. Andere kamen in die Kirche. Obwohl nicht alle Bänke voll besetzt waren, drängten sich die Menschen stehend hinten in dem Raum unter der Empore. Sie waren vorsichtig. Sie fühlten sich fremd. Manche haben das erste Mal in ihrem Leben die Kirche ihres Dorfes betreten.
Mit diesem Kirchenfest verkündigte die kleine Christengemeinde ihrem Dorf:
„So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge,
sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen.“